Die Waisenkinder im Wilderwald – Ein Abenteuerroman

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Als Kinder haben wir doch alle ein überschäumendes Selbstbewusstsein. Schade eigentlich, dass uns dieses oft ab der Pubertät verlässt und wir als Erwachsene regelmäßig gegen unsere inneren Stimmen anschreien müssen, die uns sagen wollen, wir sind nicht gut genug.

Die Waisenkinder im Wilderwald ist die erste Geschichte, die ich komplett fertig geschrieben habe. Angefangen hatte ich damit als Kind. Damals erzählte ich allen, dass ich eines Tages mal ein Buch veröffentlichen würde. Um ehrlich zu sein, hatte ich meinen Freunden – und allen, die es wissen wollten – ebenfalls erzählt, ich würde Weltmeisterin im Fingerhäkeln werden, wenn ich erwachsen bin, Deutschland verlassen und im Urwald bei einem vergessenen Stamm wohnen, oder alternativ Trapezkünstlerin werden und mit einem Zirkus umherreisen. So richtig ernst konnte man meine Träume also nicht nehmen …

Als ich älter wurde, vergaß ich viele dieser Träume. Ist das nicht oft so? Wir neigen dazu vor lauter Verantwortung zu vergessen, was wirklich wichtig im Leben ist und wovon wir träumen.
Umso dankbarer bin ich meiner Freundin, die den Weg in die Buchwelt einschlug und ich mich plötzlich an meinen Traum zurückerinnerte. Schon kurz darauf kramte ich die Geschichte wieder aus meiner Schublade hervor und entstaubte sie. Ich las die Seiten, die ich – damals noch – handschriftlich auf einen Block gekritzelt hatte und befand, dass sie gar nicht mal so schlecht geschrieben waren und eine Protagonistin ihr Happy End verdient.
Ich setzte mich also hin und beendete die Geschichte.

Bei den Waisenkinder im Wilderwald hatte ich die Abenteuer im Wald im Kopf, die wir als Kinder so erlebt haben. Die Faszination von Banden. Sind wir nicht alle aufgewachsen mit TKKG, den fünf Freunden, den wilden Hühnern und vielen anderen Banden?
Während meiner Kindheit habe ich mit einer Schulfreundin “Die Waschbärenbande” ins Leben gerufen. Kurz darauf folgten “Die schwarze Sieben” und “Die schwarze Hand” (Fun Fact: Zwei unserer Bandenmitglieder bei der schwarzen Sieben waren nicht so aktiv, also gründeten wir die Hand – denn wie man sich denken kann, ein Mitglied für jeden Finger;) Mit einer anderen Freundin gründete ich die Raegis (Fragt mich nicht, wie dieser Name zustande gekommen ist) und mit einer anderen Freundin die ZA (dieselbe, die später in der Buchwelt arbeitete=D). Bestimmt vergesse ich ein paar Banden, aber ihr seht schon – Banden haben mich von jung auf begeistert.

Die anderen zwei großen Zutaten des Romanes: Waisenkinder und die erste Liebe.
Warum Waisenkinder? – Nun, immer wenn es spannend war, riefen unsere Eltern zum Abendessen. Oder hatten einen Arzttermin ausgemacht (Frechheit) oder wollten keine Übernachtungsparty erlauben (wie konnten sie nur!?). Kurzum, in meiner kindlichen Fantasie wollte ich einen Ort ohne Eltern schaffen. Nicht, weil ich meine nicht liebe, versteht mich nicht falsch. Meine Eltern erlaubten auch wirklich, wirklich viel. Aber ich wollte einfach ein Abenteuer von Kindern für Kinder schreiben.

Mit der ersten Liebe war ich spät dran. Manche haben ja schon ihren ersten Crush in der Grundschule. Aber so mit 13 oder 14 verguckte ich mich in einen Jungen, der in meinem Sportclub war. Ich zog sogar regelmäßig meine Herzchensocken an, in der Hoffnung er würde den Hinweis verstehen (Spoiler: tat er nicht. Weiß bis heute nicht, warum? Ist doch mega offensichtlich …). Danach fand ich einen Jungen aus meiner Nachbarschaft süß (der hatte so dunkle, verwuschelte Haare *seufz) und anschließend verschoss ich mich über beide Ohren in den großen Bruder einer Freundin.
Als Teenie denkt man bei jedem Crush, dass es jetzt *derjenige* ist. Es gibt nur alles oder nichts. Und gleichzeitig ist es doch so schwer diese Schmetterlinge einzuordnen. Um ehrlich zu sein, wollte ich meine Crushes am Anfang auch gar nicht küssen. Denn küssen war doch eklig!
Es dauerte eine ganze Weile, bis ich nicht nur das erste Kribbeln verspürte, sondern das mit dem Kuss mal ausprobieren wollte^^
Auf jeden Fall, was ich sagen will, ist, dass man diese Zeit verdammt intensiv erlebt. Sie hat so viele Höhen und Tiefen. So viel passiert im eigenen Körper, womit man klar kommen muss. Und genau darüber wollte ich schreiben.

Eine Mädchenbande und eine Jungsbande – ähnlich wie bei “Die Wilden Hühner” – und Krieg auf beiden Seiten. Doch was, wenn sich ein Mädchen und ein Junge ineinander verschauen? In diesem Alter, wo alles neu und aufregend ist. Wenn dann noch fiese Erwachsene ins Spiel kommen, ist die Mischung perfekt. Hoffe ich zumindest.

Was dieses Buch noch perfekter macht: Ich habe zum ersten Mal selbst ein Taschenbuch erstellt. Ohne Verlag. Nicht, weil ich keinen finden konnte, sondern weil das hier meine Geschichte ist und ich sie ganz allein auf die Welt bringen wollte. Und ich muss sagen, ich war so verdammt stolz, als ich das Buch zum ersten Mal in den Händen gehalten habe. Tatsächlich stolzer, als auf meine Verlagsbücher. Nicht weil die schlechter sind oder da weniger Herzblut drinsteckt, sondern weil ich allein dieses Buch erschaffen habe. Quasi ohne Hilfe. Man fühlt sich das gut an!

Und: Wenig später kam eine Hörbuchsprecherin auf mich zu. Wir wurden uns schnell einig und jetzt habe ich einfach seit gestern ein Hörbuch!
Ich sage es noch mal: Es gibt ein Hörbuch von mir!!
Auch wenn ich allen immer nur erzählte, ich wolle “Ein Buch herausbringen, wenn ich mal erwachsen bin”, war es ebenfalls ein großer Traum, es als Audiobuch vertont zu wissen. Mit den Waisenkindern im Wilderwald sind also genau genommen gleich mehrere Träume in Erfüllung gegangen.

Hast du Träume vergessen? Gibt es etwas, von dem du nicht weißt, ob du es wagen sollst?
Ganz ehrlich, versuch es. Denn wenn du es schaffst, wird dir niemand mehr den Stolz und die Befriedigung nehmen können, dem eigenen Weg gefolgt zu sein.

Trau dich!

Wenn ich das konnte, dann kannst du das auch<3